26 July 2006

Multikulti (1): London und der Duft Thailands

Mit London verbinden ja die meisten ja all das, was sie auch im gleichen Atemzug über England oder gar Großbritannien assoziieren würden. Big Ben, Westminster, Tower Bridge, die Queen und ihr Buckingham, cream tea und Doppeldeckerbusse.
Die Wahrheit ist jedoch, dass London wohl so englisch ist wie der Fish and Chips gesund - nämlich kaum. In ihren Wohnbezirken ist London indisch, karibisch, chinesisch, italienisch, australisch... und und und. Und jetzt, wo wir hier tropische Temperaturen haben, habe ich nicht selten den Anflug als wäre ich in Thailand. Klingt weit hergeholt, ist es aber nicht. Zumindest wenn man Thailand nicht nur per Klischee kennt mit Tempel, Reisfelder und Mönche auf der Straße.

Aber hey, es gibt sie die Mönche! In London! In Boots (die Britische Antwort auf Rossmann) stieß ich unlängst auf saftranfarbene Heiligkeiten - aus Sri Lanka. Aber immerhin. Aber wenn man Thailand eher auf einer eher sensualen Ebene kennt, der durchlebt ein Déjà-Vu.

Da wäre einmal der 24-Stunden-Tesco. Wie in Thailand, nur dass er dort Lotus, BigC oder Carrefour heißt. Wilkommen in der globalisierten Welt.
Dann die kleinen Off-Licence-Shops (die Alk verkaufen dürfen) mit Gemüsestand und Neonlicht. Das Thailandfeeling bekommt einen Schub... Und sorry, der Dreck erinnert auch an Thailand. Fehlen nur noch die Straßenhunde. Geruchmäßig ist das der perfekte Mix aus Garküchen- und Schmutzgeruch. Wie in Bangkok in einer Nebenstraße. Bei der massiven 'tropischen' Reizüberflutung' verblasst jede viktorianische Architektur. Aber selbst den haben die Briten ja exportiert, nach Indien, Burma, Karibik... Die Auto fahren links, das ist noch ein anderer Faktor.
Irgendwie erinnert mich London weniger an Deutschland als an Thailand, aller geographischer Distanzen zum Trotz. Es fällt einfach schwerer sich vorzustellen, man wäre in München oder gar Hamburg. Schließt man jedoch seine Augen, und nimmt einen Atemzug (bzw. versucht es), da ist er, der Duft Thailands, bzw. der Duft Bangkoks. Abgase und Bratfett, Müllgeruch und Räucherstäbchen. Einzigartig.
In Southall, Londons Mini-Mumbai, fühlt man sich wie nach Pahurat oder Banglamphu versetzt. Läden mit Tücher und Klamotten voll behängt, Stände, die bis zur Däcke mit Musikkassetten bepflastert sind, Schmuckläden und alles breitet sich auf den Bürgersteig aus - wie in Bangkok.

In Deutschland gibt es ja so was nicht irgendwie ist alles zu ordentlich, obwohl in Hamburg der Steindamm sich als Klein-Istanbul ganz gut macht... Aber der deutsche bürgerliche Mief sitzt einfach zu fest.

Tjs, in diesem Sinne mein persönlicher Dank an alle Jamaikaner, Inder oder woher auch immer, dass Ihr dieses Thailand-Flair mit kreiert und die Zeit zwischen bis zu meiner nächsten Thailand-Besuch (schniff) versüßt....

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