13 September 2006

Ein Lob auf die deutsche Sprache

Von meinem kleinen Bruder Dean habe ich wieder eine deutsche Lektüre in die Hände bekommen. Neon nennt sich dieser Stern-Ableger, der offenbar Leute meines Alters gerichtet ist. Wie auch immer. Beim Lesen der Artikel fällt mir doch auf, wie herrlich sarkastisch die deutsche Sprache sein kann. Und das besser als alle Sprachen der Welt!
Seien wir doch ehrlich. So herrlich ätzend kommt doch sonst keine Sprache daher. Beim Wort "Warze" kann man sich die Mißbildung geradezu bildlich vorstellen. Das englische Gegenstück "wart" klingt ja dagegen ja schon fast wie eine Belohnung - schließlich ist der Grammy ja auch ein "A-ward". In keiner Sprache kann man befriedigender jemanden beschimpfen und beleidigen als im Deutschen. Der Klang des Wortes A****loch ist wesentlich energiegeladener als A**hole.

Vor allem offenbart die deutsche Sprache eine gerade kunstvolle Subtilität und Kreativität, wenn es um Sarkasmen geht, die ihresgleichen suchen. Man sagt ja so gerne von den Deutschen, dass sie ja so unerträglich direkt sind. In sarkastischen Momenten ist das genau umgekehrt. Der Deutsche ist ganz goethe in spitzfindigen Bemerkungen und Anekdoten, der Angelsachse geht schon zur plumper Beleidigung über (kann man schön in amerikanischen Kinofilmen vorexerziert bekommen).

Sprachen sind universell, dennoch glaube ich, dass sie eigene Mentalitäten haben. Im Französischen klingt jede ach so niederträchtige Beleidigung wie eine Poesie, während eine deutsche Liebeserklärung sich anhört wie eine Verlautbarung vom Gerichtsvollzieher. Italienisch klingt, wie ein englischer Freund mir mal beschrieb, wie eine gesprochene Einladung zum Sex, während Spanisch für mich klingt wie eine Aufforderung zur Schlägerei.

Deutsch ist die auserwählte Lästersprache Gottes; sicherlich hat er deutsch gesprochen als er sich über Sodom und Gomorra ausließ. Und bei der Sintflut sind sie alle eher 'ersoffen' als bloß 'drowned'.....

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